stadtpolizei bozen
29.1.2026 - Wettbewerb für die Ortspolizei Bozen: ein vorhersehbares Ergebnis, das ernsthafte Überlegungen erfordert...
Von den 22 angemeldeten Bewerbern haben lediglich sechs die schriftlichen und mündlichen Prüfungen bestanden. Dieses Ergebnis zeigt eindeutig das Scheitern des derzeitigen Wettbewerbsverfahrens und wirft insgesamt ein kritisches Licht auf die von der Stadtverwaltung verfolgte Einstellungspolitik.
Die Ursachen für dieses Resultat sind vielfältig. Einerseits verliert der Beruf des Ortspolizisten zunehmend an Attraktivität – nicht zuletzt aufgrund der steigenden operativen Komplexität, der zunehmenden Spannungen im städtischen Umfeld sowie der immer größeren Verantwortung, die mit dieser Tätigkeit verbunden ist. Andererseits wird deutlich, dass die Gemeinde Bozen weiterhin die Besonderheiten bestimmter Berufsbilder außer Acht lässt und an traditionellen Auswahlverfahren festhält, die den tatsächlichen Anforderungen des Dienstes nicht mehr gerecht werden.
Gerade für Profile wie jenes der Ortspolizei, die eine solide juristische, administrative und operative Ausbildung erfordern, wäre es notwendig, auf andere, besser geeignete Instrumente zurückzugreifen. Dazu zählt insbesondere der sogenannte „Ausbildungswettbewerb“, der ausdrücklich im Regionalgesetz Nr. 2 vom 3. Mai 2018 in der durch das Regionalgesetz Nr. 8 geänderten Fassung vorgesehen ist.
Ein solches Verfahren würde nicht nur eine wirksamere Auswahl ermöglichen, sondern auch eine gezielte und vorausschauende Ausbildung gewährleisten, die tatsächlich auf die zu besetzende Stelle abgestimmt ist. Das derzeitige Auswahlverfahren berücksichtigt hingegen weder die im geltenden Kollektivvertrag vorgesehene berufliche Qualifikation noch das erforderliche juristische Vorwissen. Dies führt unweigerlich zu enttäuschenden Ergebnissen und dazu, dass bereits unterbesetzte Stellen weiterhin unbesetzt bleiben.
Als Gewerkschaft sind wir der Auffassung, dass eine Änderung dieses Vorgehens nicht länger aufgeschoben werden kann. Erforderlich ist eine ernsthafte Analyse der Ursachen dieser Mängel sowie die Einführung modernerer, effektiverer und kohärenterer Rekrutierungsinstrumente, die den tatsächlichen Aufgaben der Ortspolizei entsprechen.
Die Fortsetzung des bisherigen Weges würde bedeuten, den Dienst dauerhaft einem chronischen Personalmangel auszusetzen – mit negativen Auswirkungen sowohl auf die Beschäftigten als auch auf die Qualität der den Bürgerinnen und Bürgern erbrachten Dienstleistungen.
Dr.Andreas Unterkircher
AGO-Obmann
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Stefano Boragine
AGO -Landessekretär
Tel.: 338 17 42 587 - stefano.boragine@ago-bz.org
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