Lebenshaltungskosten
18.1.2026 - Löhne unter Druck? 2026 werden wir mit größerer Kraft reagieren!
es ist an der Zeit, die Dinge beim Namen zu nennen, ohne Zweideutigkeiten und unnötige Diplomatie.
Während die Lebenshaltungskosten unkontrolliert weiter steigen, verlieren die Löhne im öffentlichen Dienst Jahr für Jahr an Wert und treiben die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in eine immer deutlicher werdende strukturelle Verarmung.
Trotz wiederholter Versprechungen, Ankündigungen in den Medien und endlosen Verhandlungen hat die Landespolitik einmal mehr gezeigt, dass sie keinen echten Kaufkraftschutz gewährleisten will. Die vorgeschlagenen Erhöhungen stellen keinen echten Inflationsausgleich dar, sondern sind lediglich eine kosmetische Maßnahme: Einmalzahlungen anstelle von strukturellen Erhöhungen, eine angebliche Anpassung von 12 % für den Zeitraum 2025–2027, die den tatsächlichen Verlust nicht ausgleicht, und Erhöhungen, die nur für marginale Gehaltsbestandteile gelten, während der Hauptteil des Gehalts unverändert bleibt.
Noch gravierender ist die bewusste Entscheidung der Landesregierung, die Energiekosten aus der Inflationsberechnung herauszunehmen. Dabei handelt es sich nicht um eine technische Entscheidung, sondern um eine gezielte politische Entscheidung, die die Last der Krise direkt auf die Schultern der öffentlich Bediensteten abwälzt. Eine Entscheidung, die in den Nachbarregionen keine Entsprechung findet und eine echte Provokation darstellt.
Im Jahr 2025 lag die Inflation in Südtirol mit rund 2–2,5 % über dem nationalen Durchschnitt und bestätigte damit, dass die Region zu den teuersten Italiens gehört. Die Prognosen für 2026 deuten auf eine nur teilweise Verlangsamung hin, mit einer geschätzten Inflation zwischen 1,5 und 2 %, während für 2027 eine erneute Stabilisierung bei etwa 2 % erwartet wird.
Das bedeutet, dass die Lebenshaltungskosten auch in den nächsten Jahren weiter steigen werden. Ohne reale und strukturelle Lohnanpassungen wird die Kaufkraft der Beschäftigten im öffentlichen Dienst weiter sinken, was den in den letzten Jahren bereits entstandenen Verlust noch verschärft. Aus diesem Grund können Teil- oder Einmalanpassungen nicht als ausreichende Antwort auf die reale Inflation angesehen werden, unter der die Südtiroler Haushalte leiden.
Im Jahr 2026 wird AGO keine Vereinbarungen legitimieren, die die Verarmung der Arbeitnehmer besiegeln, und keine Kompromisse nach unten unterzeichnen. Gleichzeitig bekräftigen wir nachdrücklich, dass unsere Vorschläge konkret, strukturiert und sofort umsetzbar sind: eine reale Anpassung an die lokale Inflation, die Erhöhung des seit über 15 Jahren unveränderten Grundgehalts, die vollständige Anerkennung der Zweisprachigkeit, die Einführung eines vierzehnten Monatsgehalts, die Verkürzung der Arbeitszeit, die kurze Arbeitswoche, das Sabbatmonat, die Aufwertung von Kompetenzen und ein endlich faires und transparentes Produktivitätssystem.
Wir können Ihnen bereits jetzt ankündigen, dass wir den politischen und vertraglichen Druck an allen Verhandlungstischen verstärken und die direkte Beteiligung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch Versammlungen, umfassende Information und Mobilisierung verstärken werden. Sollten die Arroganz der Institutionen und das Ausbleiben konkreter Antworten anhalten, schließen wir den Einsatz starker gewerkschaftlicher Maßnahmen nicht aus. Wir werden als autonome, freie und unabhängige Gewerkschaft weiter wachsen, denn nur Unabhängigkeit garantiert eine echte Verteidigung der Interessen der Arbeitnehmer.
Der öffentliche Dienst ist kein Kostenfaktor, der reduziert werden muss, sondern eine tragende Säule für unsere Provinz, und 2026 wird für AGO kein Jahr des Abwartens sein, sondern ein Jahr gewerkschaftlicher Initiative.
Mit freundlichen Grüßen
Dr.Andreas Unterkircher
AGO-Obmann
335 69 02 375 - Andres.unterkircher@ago-bz.org
Stefano Boragine
AGO -Landessekretär
Tel.: 338 17 42 587 - stefano.boragine@ago-bz.org
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