Ungewisse Zukunft
5.11.2026 - Mögliche Zusammenlegungen, Einschränkungen und Auslagerungen sorgen für Verunsicherung...
AGO kritisiert die fehlende Einbindung: „Wir haben nicht einmal ansatzweise Informationen erhalten. Wo bleibt die Politik?“
Unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Sozialdienste für Menschen mit Behinderungen der Bezirksgemeinschaft Überetsch-Unterland wächst die Sorge um die Zukunft ihrer Arbeitsplätze und der Betreuungsangebote. AGO fordert Klarheit darüber, welche organisatorischen und personellen Veränderungen ab 2027 geplant sind. Dabei geht es nicht nur um jene Beschäftigten, die in den vergangenen Jahren im Rahmen der verpflichtenden Dienstzuweisung eingesetzt wurden, sondern um den gesamten Bereich.
Die Behindertenbetreuung hat in Südtirol eine lange Tradition und wurde über Jahrzehnte durch fachliche Kompetenz, Erfahrung und gewachsene Vertrauensverhältnisse zu den betreuten Menschen und ihren Familien geprägt. Umso mehr beunruhigen Hinweise auf einen möglichen Kurswechsel, der Zusammenlegungen, Schließungen oder Einschränkungen einzelner Angebote sowie eine Auslagerung von Diensten mit sich bringen könnte. Es handelt sich dabei nicht um bestätigte Entscheidungen, sondern um offene Fragen, auf die es endlich Antworten braucht.
Für AGO ist klar, dass mögliche organisatorische Schwierigkeiten nicht auf Kosten der Beschäftigten und der Betreuungsqualität gelöst werden dürfen. Personalverschiebungen, steigende Arbeitsbelastungen oder ein Abbau von Angeboten würden nicht nur die Arbeitsbedingungen und die über Jahre aufgebauten Kompetenzen beeinträchtigen, sondern auch jene Kontinuität gefährden, die gerade in der Betreuung von Menschen mit Behinderungen von entscheidender Bedeutung ist.
Besonders schwer wiegt dabei der fehlende Dialog: AGO, die mitgliederstärkste Gewerkschaft innerhalb der Bezirksgemeinschaft, wurde bisher in keiner Weise eingebunden und hat nicht einmal ansatzweise eine Vorabinformation über mögliche Veränderungen erhalten.
Ist das die Sozialpartnerschaft im Überetsch und Unterland? Und wo bleibt die Politik? Wissen die politischen Verantwortlichen von den Überlegungen, die derzeit für so viel Verunsicherung sorgen, oder wurden sie ebenso wenig informiert wie die Gewerkschaft? Falls sie Bescheid wissen, müssen sie ihre Haltung offenlegen. Falls nicht, wäre das umso bedenklicher.
Die Personal- und Arbeitssituation mit Blick auf Jänner 2027 wird auch bei den beiden von AGO einberufenen Betriebsversammlungen am 17. November in Kurtatsch und am 18. November in Leifers im Mittelpunkt stehen. Dort sollen die Anliegen der Beschäftigten gesammelt und gemeinsam weitere Schritte besprochen werden.
AGO hat die Direktion inzwischen aufgefordert, die offenen Fragen zu beantworten und unverzüglich Gespräche aufzunehmen. Die Zukunft eines für Südtirol so wichtigen Bereichs darf nicht hinter verschlossenen Türen entschieden werden, ohne jene einzubeziehen, die tagtäglich für das Funktionieren der Dienste sorgen.
Die Beschäftigten brauchen Sicherheit, Menschen mit Behinderungen und ihre Familien haben Anspruch auf verlässliche und hochwertige Betreuung. Die politischen Verantwortlichen müssen endlich Verantwortung übernehmen und zunächst einmal klarstellen, ob sie überhaupt wissen, was derzeit vor sich geht.
Stefano Boragine
AGO -Landessekretär
Tel.: 338 17 42 587 - stefano.boragine@ago-bz.org
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