keine Überstunden mehr

11.3.2026 - Kinderhort in der Gemeinde Leifers: Erzieherinnen weisen die Gemeinde darauf hin: „Ab dem 1. Mai keine Überstunden mehr: Wir arbeiten nur noch 36 Stunden“...
Gestern (10.3.26) um 9:00 Uhr wurde dem Bürgermeister von Leifers und dem gesamten Gemeinderat das von den Erzieherinnen der Kita unterzeichnete Dokument übergeben, in dem auf eine organisatorische Situation hingewiesen wird, die mittlerweile an der Grenze der Belastbarkeit angelangt ist.

Während des etwa einstündigen Treffens mit dem Bürgermeister und dem Gemeinderat hatten die Erzieherinnen zusammen mit der Gewerkschaft Gelegenheit, den Inhalt des Schreibens zu erläutern und zu untermauern und dabei detailliert die kritischen Punkte zu erklären, die seit langem die Arbeitsweise des Dienstes kennzeichnen.

In dem Text beklagen die Erzieherinnen, dass der Kindergartenbetrieb bisher fast ausschließlich dank ihrer persönlichen Bereitschaft, über die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit hinaus zu arbeiten, auf dem derzeitigen Niveau aufrechterhalten werden konnte.

Mit der Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 38 auf 36 Stunden ab dem 1. Januar 2026 funktionierte das System nur deshalb weiter, weil viele Arbeitnehmerinnen de facto weiterhin die bisherigen Stunden leisteten. Diese Situation hat zu einem offensichtlichen Ungleichgewicht zwischen der Organisation des Dienstes und den vertraglichen Verpflichtungen geführt.

Die Erzieherinnen erinnern daran, dass Überstunden, zusätzliche Dienste und Mehrarbeit freiwillige Instrumente sind und nicht strukturell eingesetzt werden dürfen, um Personalmangel auszugleichen.

Aus Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Familien und Kindern haben mehrere Erzieherinnen dennoch formell zugesichert, den Dienst für einige Monate aufrechtzuerhalten, um der Gemeindeverwaltung Zeit zu geben, strukturelle Lösungen zu finden.

Mit dem heute eingereichten Dokument wird die Gemeinde Leifers daher aufgefordert, bis zum 30. April konkrete Antworten zur Verstärkung des Personals und zur Stabilität des Dienstes zu geben.

Sollten diese Antworten ausbleiben, teilen die Erzieherinnen mit, dass sie ab dem 1. Mai keine Bereitschaft mehr für Überstunden, zusätzliche Dienste oder Mehrleistungen garantieren werden.

Ab diesem Datum werden sich die Arbeitnehmerinnen ausschließlich an die in ihrem individuellen Arbeitsvertrag festgelegte Arbeitszeit von 36 Wochenstunden halten.

Eventuelle Folgen für die Organisation des Dienstes liegen daher in der alleinigen Verantwortung der Gemeindeverwaltung.

Die Erzieherinnen betonen außerdem, dass die Autonome Provinz Bozen, die derzeit in dieser Debatte stark abwesend ist, eine wichtige Verantwortung bei der Festlegung der Vorschriften auf Landesebene hat, die den Betrieb und die organisatorischen Standards der Kindergärten regeln.

Die Arbeitnehmerinnen bekräftigen schließlich, dass die Qualität der Bildungsdienstleistung und der Schutz der Arbeitnehmerinnen nur durch eine angemessene Personalausstattung und die vollständige Einhaltung der vertraglichen Bestimmungen gewährleistet werden können.

AGO Service