Kurze Arbeitswoche

9.3.2026 - Kurze Arbeitswoche in Rom abgelehnt: Südtirol soll seine Autonomie nutzen...
Die Abgeordnetenkammer hat den Vorschlag zur Arbeitszeitverkürzung bei gleichem Lohn endgültig abgelehnt. Diese Entscheidung bestätigt den mangelnden politischen Willen, das derzeitige Modell der 40-Stunden-Woche, das auch heute noch im privaten Sektor vorherrscht, in Frage zu stellen.

Wir als AGO sind der Meinung, dass diese Entscheidung einen Rückschritt gegenüber den tatsächlichen Bedürfnissen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer darstellt. Die Verkürzung der Arbeitszeit ist keine Utopie, sondern eine konkrete Antwort auf die steigende Arbeitsbelastung, die Erhöhung der Lebenshaltungskosten und die Notwendigkeit, Beruf und Privatleben in Einklang zu bringen.

Die Ablehnung auf nationaler Ebene bedeutet jedoch nicht, dass das Thema in Südtirol vom Tisch ist.

Unsere  Autonomie verleiht uns wichtige Kompetenzen in den Bereichen der Kollektivverhandlungen und Arbeitsorganisation. Wir können uns nicht darauf beschränken, die Entscheidungen aus Rom zu beobachten: Wir haben die Mittel, um einzugreifen.

Heute beträgt die reguläre Arbeitszeit im privaten Sektor weiterhin 40 Stunden pro Woche. Im öffentlichen Dienst hingegen gilt nur in Südtirol eine 38-Stunden-Woche, während für die Beamten im übrigen Italien eine 36-Stunden-Woche gilt. Diese Differenzierung zeigt, dass es Handlungsspielräume gibt und dass organisatorische Entscheidungen an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden können.

Gerade durch die Bereichs- und Bereichsübergreifenden Verhandlungen kann Südtirol zu einem fortschrittlichen Modell für die Reduzierung der Arbeitszeit werden. Die Autonomie muss genutzt werden, um die Bedingungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer konkret zu verbessern, nicht nur um das Bestehende zu verwalten.

In der unterschriebenen Absichtserklärung vom 15. April 2025 haben Landeshauptmann Kompatscher und Landesrätin Amhof zugesagt, eine Verkürzung der Arbeitszeit in Betracht zu ziehen, mit dem Ziel, für alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst eine 36-Stunden-Woche einzuführen. Diese Verpflichtung wurde außerdem unter Punkt 40 der gemeinsamen Verhandlungsthemen für 2026 mit der Agentur für Gewerkschaftsbeziehungen aufgenommen.

Wenn der Staat keine Veränderungen will, kann Südtirol dies tun.

Dr.Andreas Unterkircher
AGO-Obmann
335 69 02 375 - Andres.unterkircher@ago-bz.org

Stefano Boragine
AGO -Landessekretär
Tel.: 338 17 42 587 - stefano.boragine@ago-bz.org

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