Kinderhorte Leifers

10.2.2026 - Kinderhorte: Politische Entscheidungen sind gefragt, keine Verschleppungstaktiken. Erzieherinnen und Familien verdienen konkrete Antworten...
Am Verhandlungstisch für Gewerkschaftsbeziehungen der Gemeinde Leifers haben wir zur Kenntnis genommen, dass bereits am 30. Dezember 2025 die Landesagentur für Familie um eine Stellungnahme zum Vorschlag einer Verkürzung der Öffnungszeiten der Kindertagestätten/Kinderhorte gebeten worden war, ein Thema, das bereits in der Sitzung vom 17. Dezember 2025 diskutiert worden war.

Mit Mitteilung vom 12. Jänner 2026 hatte die Direktorin der Landesagentur für Familien eine klare Position bezogen: Die Verkürzung der Öffnungszeiten wurde als nicht durchführbar angesehen, da sie Familien benachteiligen, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben erschweren und die pädagogische Qualität der Kinderbetreuungsangebote gefährden würde.

Aufgrund dieser Stellungnahme hatte die Verwaltung die Idee einer Verkürzung der Öffnungszeiten aufgegeben und neue Einstellungen aus den Ranglisten in Aussicht gestellt, wobei Vollzeitverträge auch angesichts der seit dem 1. Januar 2026 geltenden Neuregelung der Arbeitszeit des Personals (36 Wochenstunden) bevorzugt wurden. Es bleibt jedoch offensichtlich, dass zur Gewährleistung eines wirklich angemessenen Dienstes in den Kindertagesstätten der Gemeinde Leifers mindestens fünf zusätzliche Vollzeit-Erzieherinnen erforderlich sind, was einen finanziellen Aufwand bedeutet, der direkt die Provinz auf den Plan ruft.

Aus diesem Grund wurde ein dringendes Gespräch mit der Landesagentur für Familie und der Landesregierung selbst gefordert, da man der Überzeugung war, dass das Thema nicht weiter aufgeschoben werden könne.

In der Zwischenzeit wurde dank der Gewerkschaftsverhandlungen eine Vereinbarung unterzeichnet, die die Bereitschaftszeit für Zusätzliche Dienste von sechs auf drei Monate reduziert: ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen, der jedoch das strukturelle Problem des Personalmangels nicht löst.

Wir haben wiederholt betont, dass die Qualität der Bildungsangebote für Kinder eine soziale Investition und keine Kostenstelle ist, die gekürzt werden kann. Familien haben ein Recht auf stabile, zugängliche und qualitativ hochwertige Dienstleistungen. Erzieherinnen und Kinderbetreuerinnen können nicht weiterhin durch Überstunden und Flexibilität die fehlenden politischen Entscheidungen wettmachen.

Die gestern erfolgte Ankündigung eines für April geplanten technischen Tisches auf Provinzebene gibt jedoch Anlass zu großer Sorge: Es besteht die konkrete Gefahr, dass die Entscheidungsfindung verzögert wird, ohne dass die bereits kritische Situation rechtzeitig angegangen wird, wodurch erneut die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Last der strukturellen Mängel zu tragen haben.

Aus diesen Gründen fordern wir von der Provinz, dass sie klar politische und finanzielle Verantwortung übernimmt und zeitnah Antworten und strukturelle Lösungen liefert.

Wir werden die Situation weiterhin aufmerksam beobachten und schließen weitere Mobilisierungsinitiativen zum Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie der Qualität der Bildungsdienstleistungen nicht aus, sollten keine konkreten Antworten erfolgen.

Stefano Boragine
AGO -Landessekretär
Tel.: 338 17 42 587 - stefano.boragine@ago-bz.org

Dr.Andreas Unterkircher
AGO-Obmann
335 69 02 375 - Andres.unterkircher@ago-bz.org

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