Die autonome Gewerkschaftsorganisation AGO muss zu Beginn des neu-en Jahres erneut feststellen, dass immer mehr Südtiroler Familien finan-zielle Schwierigkeiten haben.Hauptinhalt
<< Zurück zur Liste
Die autonome Gewerkschaftsorganisation AGO muss zu Beginn des neu-en Jahres erneut feststellen, dass immer mehr Südtiroler Familien finan-zielle Schwierigkeiten haben.
Presse | 19.01.2010
Südtiroler Familien in finanziellen Schwierigkeiten
Die autonome Gewerkschaftsorganisation AGO muss zu Beginn des neu-en Jahres erneut feststellen, dass immer mehr Südtiroler Familien finan-zielle Schwierigkeiten haben.Warum rutschen immer mehr Südtiroler unter die Armuts-grenze?
Die autonome Gewerkschaftsorganisation AGO muss zu Beginn des neuen Jahres erneut feststellen, dass immer mehr Südtiroler Familien finanzielle Schwierigkeiten haben.
Gleich mehrere schlechte Nachrichten haben die AGO-Gewerkschafter feststellen müssen, welche die Familien mit Jahresbeginn noch härter treffen wird. Dazu der Obmann der AGO, Dr. Andreas Unterkircher: „Eine Vielzahl von Steuern und Gebühren wurden erneut unverhältnismäßig angehoben. Bei den Gehaltsverhandlungen wird die niedrige Inflationsrate immer wieder gegen die Forderungen der Gewerkschaften ins Feld geführt. Allerdings müsste dabei auch bedacht werden, dass in Südtirol die amtlich festgestellte Inflation des letzten Jahres mit 1,7% mehr als doppelt so hoch war, wie jene auf Staatsebene. Zudem wird von Ar-beitgeberseite eine Gehaltserhöhung erst ab Mai in Aussicht gestellt, so als ob es in den ersten Monaten des Jahres keinen Kaufkraftverlust gegeben hätte“.Unterkircher betont, dass im öffentlichen Dienst Südtirols seit Einführung des Euro die Gehälter nicht einmal mit der amtlichen Inflation Schritt halten konnten. Dies sei u.A. der Grund, dass es in vielen Familien zu finanziellen Engpässen kommt. Unterkircher: „Diese inflationsbedingte Anpassung der Gehälter will die öffentliche Verwaltung auch bei den derzeit laufenden Gehaltsverhandlungen im Bereichsüber-greifenden Vertrag den eigenen Bediensteten verweigern, denn das Angebot ist noch weit davon entfernt."
Bithja Crepaz, Funktionärin der AGO, ergänzt, dass zudem eine Forderung der Südtiroler Arbeitnehmerschaft nicht ernsthaft angegangen wird: „So sind die SVP-Arbeitnehmer trotz Schützenhilfe von sozialen und anderen Verbänden nicht imstande, die Abschaffung des regionalen IRPEF-Zuschlages durchzusetzen. Dieser Steuerzuschlag der Region trifft vor allem die abhängigen Lohnempfänger und im Besonderen die sozial Schwächeren in der Bevölkerung, da diese Abgabe keine Abstufung zur Höhe der Einkommen vorsieht.“
Der Sekretär der AGO, Robert Holzer, bezieht sich in diesem Zusammenhang auf das Vorhaben der Regierung zur Vereinfachung des Steuersystems: „Schon allein die Ein-führung von nur zwei Steuerklassen widerspricht einer gerechten Steuerpolitik und gleichwertigen Behandlung der Beitragspflichtigen. Wo bleibt hier die Soli-darität? einerseits wurde von mehr Netto vom Brutto gesprochen und jetzt geht man wegen der prekären finanziellen Lage den gegenteiligen Weg“. Haben diese Situation die Arbeitnehmer verursacht? stellt Holzer die Frage.
Der Obmann-Stellvertreter der AGO, Walter Casotti, meint dazu, dass der Wohlstand der Bevölkerung nicht am Einkommen der Reichsten gemessen werden könne, denn dann würden auch viele Staaten Afrikas im Wohlstand leben, die von einigen wenigen Reichen schamlos ausgebeutet werden. „Den Wohlstand eines Landes können wir vielmehr daran erkennen, wie gut die schwächsten und ärmsten Mitmenschen über die Runden kommen und leben. Aus dieser Sicht hat auch Südtirol Aufhol-bedarf und ist sicher kein Vorzeigeobjekt. Wenn laut Aussagen des SVP-Obmannes und Landesrates Theiner auch in Südtirol die Schere zwischen Arm und Reich weiterhin auseinandergeht und über 10.000 Bürger als „absolut arm“ gelten, dann ist dies beschämend für unser Land und ein Alarmzeichen für die verantwortlichen Politiker“.
Die AGO-Gewerkschafter meinen, dass solche Missstände mit viel mehr Energie und Einsatz angegangen und mit einer viel größeren Finanzdotierung im Landeshaushalt bekämpft werden müssen.
Als Maßnahme gegen diese Tendenzen hat die AGO Einheitsbeträge anstatt der bisher gewährten rein prozentuellen Erhöhungen gefordert. Unterkircher: „Diese einheitlichen Pauschalbeträge müssen natürlich zumindest die Inflation und damit den Kaufkraftverlust wettmachen. Andernfalls ist es kein Wunder, wenn im Sinne der ISTAT-Erhebungen die realen Einkommen innerhalb eines Jahres (Okt. 2008 bis Sept. 2009) in Italien um 1,6% zurückgegangen sind. Dieser Rückgang ist in unserer Heimat Südtirol noch bedeutend stärker und prozentuell höher“.
AGO-Landessekretariat



